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Augenpraxis- Klink Erlangen-Mitte zertifiziert
Seit August 2005 ist das Qualitätsmanagementsystem unserer Augenpraxis-Klinik nach DIN EN ISO9001: 2000 zertifiziert.
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Injektion von Avastin in den Glaskörperraum zur Behandlung der feuchten Makuladegeneration  

Sehr geehrte Patientin, sehr geehrter Patient,

die sogenannte feuchte Makuladegeneration ist eine Erkrankung, bei der unter der Netzhautmitte neue krankhafte Blutgefäße entstehen. Aus diesen tritt Flüssigkeit unter und in die Netzhaut aus. Hierdurch kommt es zu einer Schädigung und unbehandelt zur irreversiblen Vernarbung der Makula (Stelle des schärfsten Sehens).
Es ist seit einigen Jahren bekannt, dass ein Botenstoff namens VEGF das Wachstum neuer Gefäße auslöst. Es wird deshalb seit Jahren daran geforscht, mittels sogenannter „VEGF-Blocker“ dieses Gefäßwachstum zu stoppen, um ein Fortschreiten der feuchten Makuladegeneration zu verhindern.
Mittlerweile sind mehrere solche Medikamente in der klinischen Erprobung. Eines davon, eine Substanz namens Avastin ® (Bevacizumab), bieten wir Ihnen zu einem individuellen Heilversuch an.

Avastin ® wurde ursprünglich zur Tumorbehandlung entwickelt (auch hier wachsen neue Blutgefäße) und ist bereits für verschiedene Krebsformen zugelassen. In der Tumorbehandlung wird dieses Medikament in eine Armvene injiziert, hat also allgemeine Nebenwirkungen, so dass man einer Anwendung in dieser Applikationsform bei Augenerkrankungen gegenüber sehr zurückhaltend ist.
Derartige Nebenwirkungen entstehen jedoch mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht, wenn das Medikament direkt in das Auge injiziert wird, da die am Auge verwendete Dosis nach menschlichem Ermessen für allgemeine Nebenwirkungen zu gering ist.
Im Juli 2005 wurde erstmals von einer Arbeitsgruppe in Miami berichtet, dass es ihnen gelungen ist, die feuchte Form der Makuladegeneration bei einer Patienten mittels einer Injektion von Avastin ® in den Glaskörper innerhalb einer Woche auszutrocknen. Die Sehkraft verbesserte sich und blieb weitere 4 Wochen stabil. Diese guten Ergebnisse sind inzwischen von zahlreichen Arbeitsgruppen auch in Europa und in Deutschland bestätigt worden. Aufgrund dieser positiven Ergebnisse haben wir uns entschlossen, unseren betroffenen Patienten, für die keine andere Behandlungsform in Frage kommt, diese Therapie auf experimenteller Basis anzubieten. Die Injektion erfolgt in örtlicher Betäubung unter sterilen Bedingungen.

Die Injektion selbst ist risikoarm, muss jedoch in einem sterilen, für augapfeleröffnende Eingriffe geeigneten OP durchgeführt werden. Es kann zu Augeninnendrucksteigerungen kommen, die in der Regel aber nur vorübergehend und dann auch behandelbar sind. Ein Fortschreiten einer bestehenden Linsentrübung (Katarakt) kann begünstigt werden. Andere Komplikationen wie bakterielle Infektionen des Auginneren, Gefäßverschlüsse oder eine Netzhautablösung, die bei besonders ungünstigem Verlauf theoretisch auch zur Erblindung führen können, sind sehr selten. Bei der Injektion von Avastin ® , einem Antikörper gegen den Wachstumsfaktor VEGF, kann es außerdem zu Reizzuständen kommen, die auch behandlungsbedürftig werden können.
Es ist recht wahrscheinlich, dass ein positiver Effekt dieser Therapie – wie bei anderen gefäßwachstumshemmenden Substanzen – nur für einige Wochen oder Monate anhält, und zu einem späteren Zeitpunkt oder sogar in regelmäßigen Intervallen weitere Injektionen notwendig werden. Wir planen deshalb Kontrollintervalle in 4-wöchigem Rhythmus. Die Behandlung ist derzeit noch nicht allgemein anerkannt. Das Medikament ist z.Zt. für diese Anwendung noch nicht zugelassen.

Mit besten Wünschen

Prof. Dr. M. Küchle

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Noch Fragen?
Antworten finden Sie in den FAQ und in unserem Lexikon zur Augenheilkunde.
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